WOCHENSEMINAR & PRAXISWOCHE
WOCHENSEMINAR 1
Gesetzliche Grundlagen und Rahmenbedingungen der Denkmalpflege
Unsere Gegenwart kennt unzählige Gesetze, Richtlinien und internationale Deklarationen, die den Schutz und die Förderung von Denkmalen regeln. Als öffentliche Aufgabe ist die Denkmalpflege nicht nur durch eigene, für ihre Belange geschaffene Gesetze geregelt, sondern von einer Vielzahl anderer Gesetze und Verordnungen betroffen. In diesem Wochenkurs wird ein Überblick über die gesetzlichen und rechtsgeschichtlichen Grundlagen sowie über die wichtigsten rechtlichen und verwaltungstechnischen Rahmenbedingungen für die Denkmalpflege gegeben, wie die deutsche Denkmalschutzgesetzgebung, besonderes das Städtebaurecht, das öffentliche und private Baurecht, das Steuerrecht und so manch andere Sonderregelung, wie z.B. Brandschutz und Energieeinsparung oder die staatlichen und privaten Fördermöglichkeiten. Das Ziel ist, die für die Denkmalpflege wichtigsten Gesetze und Rahmenbedingungen kennenzulernen und die erforderlichen Kenntnisse ihrer Anwendung in der Planungspraxis zu erhalten.
WOCHENSEMINAR 2
Historische Grundlagen der Baudenkmalpflege
Voraussetzung für das Erkennen eines Baudenkmals, für dessen sachgerechte Beurteilung und damit auch für den angemessenen Umgang mit ihm ist die genaue Kenntnis im Kontext seiner Geschichte. Dazu ist es unabdingbar, über die historische Entwicklung der Formen, Techniken, Materialien und Bauaufgaben eine Vorstellung zu haben. Nur so lässt sich die Geschichte eines Gebäudes in ihrer Vielfalt erfassen. Hauptthemen in diesem Wochenseminar werden Aussagen über die historischen Grundlagen und Einblicke in die Architektur- und Kunstgeschichte, die Urbanistik, die Geschichte der Baukonstruktion sowie die Ausstattungs- und Versorgungstechniken sein.
WOCHENSEMINAR 3
Fachliche Grundsätze und Methoden der Denkmalkunde und Denkmalpflege
Um ein Bauwerk als Denkmal zu erkennen, muss man es in seiner ganzen Komplexität erfassen. Das beginnt bei Anwendung der Fachterminologie, der unterschiedlichen Verfahren zur Erfassung der Dokumentation und reicht bis zur Verständigung über Methoden und Ziele denkmalpflegerischen Handelns. Des Weiteren geht es um die historische Entwicklung der Erhaltungsmethoden sowie um die denkmalpflegerischen Grundsätze in unserer Gegenwart und die künftigen Perspektiven der Denkmalpflege.
WOCHENSEMINAR 4
Besondere Aspekte der Baudenkmalpflege
Wesentliche Aufgaben des Denkmalschutzes ist es, das kulturelle Bauerbe für kommende Generationen zu bewahren und dabei gleichzeitig die gegenwärtigen Anforderungen zu berücksichtigen. In dieser Seminarwoche wird die Aufmerksamkeit auf gesellschaftliche Aspekte und Spezialdisziplinen gerichtet, die einen gesellschaftspolitischen, technischen und naturwissenschaftlichen Bezug haben. Hier stehen die Materialkunde, der Brandschutz, die Bauklimatik und Energieeinsparung im Vordergrund. Ergänzend hierzu werden Spezialthemen wie Barrierefreiheit, historische Straßenbeläge, Rekonstruktion sowie Industrie- und Gartendenkmalpflege behandelt
WOCHENSEMINAR 5
Integrierte Planung und Prozesssteuerung
Nach dem Erkennen des Denkmals und der Analyse seines Kontexts geht es in diesem Seminar um die praktische Tätigkeit des Architekten und Planers an einem Denkmal. Die Leistungsphasen der HOAI bis hin zur detaillierten Ausführungsplanung und Baustellenlogistik, werden von Architekten und Stadtplanern mit langjähriger praktischer Erfahrung, vor Ort an den Objekten bzw. Baustellen vorgestellt. Hier werden die spezifischen Probleme des Bauens und Planens im Bestand und am Denkmal diskutiert. Mitarbeiter von Fachbehörden schildern ergänzend die Wege einer erfolgreichen Zusammenarbeit und den Ablauf des Genehmigungsverfahrens.
WOCHENSEMINAR 6
Denkmalwerkstatt und Forschung vor Ort
Die Qualität der Arbeit entsteht durch die Art und Weise, wie die Grundsatzentscheidung in der Praxis richtig umgesetzt wird. Deshalb stehen im Zentrum dieses Wochenseminars Besichtigungen von Altstadtquartieren, Denkmalen und Baustellen, die vielfältige Gelegenheiten für kritische Diskussionen zur Denkmalpflegepraxis bieten. An den drei Exkursionstagen werden Denkmale und Baustellen unterschiedlicher Epochen und Gattungen besichtigt, immer zusammen mit den beteiligten Planern, Denkmalpflegern, Projektträgern oder/und Eigentümern. In Vorträgen und Diskussionen erfahren Sie über die unterschiedlichen Problemfelder bei einer Sanierung und lernen mit Schwierigkeiten und Widersprüchen in der denkmalpflegerischen Praxis umzugehen.
WOCHENSEMINAR 7
Denkmal als Ressource
Der bauliche Umgang mit dem Denkmal ist nur eine der Aufgaben in der Denkmalpflege. Genauso wichtig ist die nachhaltige – und das heißt in der Regel auch die wirtschaftliche Nutzung nach der Übergabe des sanierten oder restaurierten Gebäudes. In diesem Modul werden Anregungen vermittelt, wie zusammen mit den Nutzern zweckmäßige Maßnahmen vorbereitet werden können. Sie bekommen Auskünfte über Fördermöglichkeiten zur Durchführung baulicher Maßnahmen und zum Betrieb eines Denkmals, sowie zu den zunehmend wichtiger werdenden Aspekten in der Vermittlung und Kommunikation. Es erfolgt weiterhin eine Einführung in die vielfältigen Aspekte des Marketings im Denkmalbereich.
PRAXISWOCHE
Bauaufmass
Der Ausgangspunkt einer jeden Planung und der darauf folgenden Ausführung ist die genaue, bis ins Detail gehende Bestandsaufnahme. Das ist die einzige Möglichkeit das historische Objekt und seine gestalterischen wie konstruktiven Veränderungen, die materialtechnischen Merkmale sowie die Bauschäden und deren Ursachen durch den Architekten zu erforschen und zu verstehen. Nach einer theoretischen Einführung zur gegenwärtig genutzten Technik und der Verwendung der Bestandsaufnahme im Planungs- und Entscheidungsprozess folgt eine praktische Übung. Neben dem Handaufmass werden verschiedene Messmethoden wie die geodätischen, tachymetrischen und photogrametischen Methoden bei Einbeziehung der Digitalentechnik vorgestellt und entsprechend den Planungsbedürfnissen zur Anwendung gebracht. Die Messgeräte stehen den Teilnehmern vor Ort zur Verfügung.
PRAXISWOCHE
Historische Bauforschung am Objekt
Die archivarische Untersuchungen sind vollzogen, das detaillierte Bauaufmass steht zur Verfügung. Jetzt kann die Bauuntersuchung beginnen. Wofür sie gebraucht wird, wann und in welchem Ausmaß sie zulässig ist, wo man ansetzt und was man damit erreichen will, wird in der Praxiswoche an einem ausgewählten Objekt vorgeführt. Die praktische Durchführung der Bauuntersuchung, die Anfertigung der Dokumentation und die Auswertung der Befunde werden von eingeladenen Bauforschern und der örtlichen Denkmalbehörde begleitet. Im Anschluss ist die logistische Einbindung und die Kosten des gesamten Projektes zu betrachten und zu analisieren.
PRAXISWOCHE
Bauschäden erkennen – dokumentieren - auswerten
Die Praxiswoche befasst sich mit der Bauzustandserfassung des Denkmalobjektes über mögliche Baumängel und Bauschäden. Ziel ist die Erstellung eines Schadenskatasters zum ausgewählten Gebäude und der Vorschlag erster Bauschadensbehebungen. Nach der theoretischen Einführung am ersten Tag, folgt jeweils über zwei Tage die selbständige Erfassung der Bauschäden am Mauerwerk und den konstruktiven Holzteilen. Die praktischen Bauschadensermittlungen werden an einem denkmalgeschützten Objekt durchgeführt. In dem Seminar geht es um das Erkennen der vorhandenen Schäden an der Bausubstanz, die Zuordnung der Schäden in den typischen Schadenskategorien und nachvollziehbar maßlich, zeichnerisch und fotografisch aufzunehmen. Die Schadenskategorien, die Geräte und Messmittel zur Schadensaufnahme werden als Einführung zusammenhängend dargestellt und stehen den Teilnehmern zur Verfügung.
| Kontakt |
Telefon 0331/ 279 15 22 |

