Begeisterte Kinder bauen ihre Stadt

Rote Wangen, leuchtende Kinderaugen und unaufhörlicher Redefluss – so erlebten die  Mitarbeiter der DenkmalAkademie Kinder ihrer Heimatstadt Görlitz. Sie hatten die Kinder zum Pilotprojekt „Baustilkunde für Kinder“ eingeladen. Ergebnis: Projekt geglückt, erfolgreich und wiederholbar. 473 Kinder der 3. bis 6. Klassen aus Görlitz und Umgebung beteiligten sich an dem kunstgeschichtlichen Projekt der Bildungseinrichtung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Der Startschuss fiel im  Renaissancesaal der Ratsapotheke „Am Untermarkt“ – der Startschuss zu einer Reihe, die von der DenkmalAkademie initiiert, gemeinsam mit dem Architekten Frank Vater und dem Schulamt Görlitz organisiert und von der Aktion „5000 x Zukunft“ des ZDF und dem Jugendamt Görlitz gefördert wurde.

Ziel dieses Projektes war es, anhand eines Rollenspiels, Görlitzer Grundschülern die Architektur ihrer Stadt näher zu bringen. Dies geschah in Form von einem Schauspiel und einer Power-Point Präsentation, die sich geschickt mit dem Stück verbindet.

Um den Schülern die Veränderungen am Hause zu verdeutlichen, ließen die Darsteller die alten gotischen Fenster und Türen von der Fassade „verschwinden“ und „zauberten“ dafür Renaissance typische Gestaltungselemente auf die Leinwand

Die Geschichte: Herr Frenzel, gespielt von Sabine Euler, ist ein reicher Görlitzer Kaufmann aus dem 16. Jahrhundert und erfährt von dem reisenden Herrn Ambrosius, alias Hans Peter Struppe, die neuste Mode der Architektur aus Italien. Der ansässige Tuchhändler will nicht dem Trend hinterherhängen, er ist schließlich ein moderner Mensch, also beauftragt er den berühmten Baumeister Wendel Roßkopf, verkörpert von Frank Vater, der sein Haus umgestalten soll.

Dabei helfen ihm die Mädchen und Jungen. Gemeinsam mit den Schülern wurde eine neue Fassade entwickelt. Die Kinder gaben mit Begeisterung Vorschläge zu Farbe und Aufbau des Hauses. Jedes Kind malte seine Variante des Eingangs, besonders bei der Gestaltung der Verzierungen überraschten fantasievolle Ergebnisse.

Den Kindern wurden bildlich und spielerisch einfache Zusammenhänge der Baukunst und die Unterschiede zwischen den Baustilen nahe gebracht. Am Ende wurde das frische Wissen mit Görlitzer Häusern verglichen und sofort entdeckten die Schüler die stilistischen Besonderheiten wieder.

Für die Zukunft strebt die DenkmalAkademie an, das Konzept „Baustilkunde für Kinder“ weiter auszubauen. Nicht nur die Altersgruppe variabler zugestalten, sondern es sollten auch bundesweit andere Vereine und Initiativen dazu angeregt werden ähnliche Projekte ins Leben zu rufen, um Kindern und Jugendlichen die Geschichte ihrer Heimatstadt näher zubringen.

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